Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat (Mt 6, 31-35).

Wer in ständiger Sorge lebt, der lässt sich von der Zukunft bestimmen. Und vergisst dabei leicht die Gegenwart. Was könnte alles schiefgehen?, frage ich mich – und verstelle mir selbst den Blick auf das, was jetzt wichtig und richt...

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde.


Der Herr sprach zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und der Herr sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen.
Mose aber flehte vor dem Herrn, seinem Gott, und sprach: 
Ach Herr, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.

Ein Gebet wie ein Ringkampf: „Lass mich, dass mein Zorn über das Volk entbrenne“, sagt Gott. Aber Mose lässt ihn nicht. Er betet, fleht, wirft alles in die Waagschale, was er aufbieten kann: Ach, Herr, „Kehre dich ab von deinem g...

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen?

Christus Jesus ist hier, der gestorben ist,
ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?
Trübsal oder Angst oder Verfolgung
oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
(Römer 8,31-39)


„Wir weigern uns, Feinde zu sein“. Ein wunderbarer Spruch. Gelesen habe ich ihn zum ersten Mal im Westjordanland. Ein Weinberg, im Besitz einer palästinensischen Familie. Eigentlich ein schöner Ort auf einem Hügel mit großartiger Aussicht auf das weite Land. Aber das Leben dort ist hart. Rings herum israelische Siedlungen, die der Familie den Besitz streitig machen. Das Wasser ist knapp, die Zufahrt immer wieder unterbrochen. Wein wächst dort schon längst nicht mehr.


Ja, wahrhaftig, es war vollbracht. Man rieb sich die Hände. Die ihn ans Kreuz gebracht hatten – deren Plan war aufgegangen. Er, das große Ärgernis für die selbstgerecht Frommen seiner Zeit – aller Zeiten – er war nicht mehr. Endgültig nicht mehr.

Die Mörder triumphierten. Sie waren letztlich doch Sieger geblieben, dachten sie. Sie hatten sich gegen diesen Mann aus Galiläa und sein Häuflein Anhänger durchgesetzt. Hatten ihn vernichtet. Jetzt hing er am Kreuz, konnte nur noch stammeln, um e...